Vor einer Minute ?
Es ist 01:30 in der Nacht und ich liege wach im Bett. Wach, weil mir viel zu viele Gedanken durch den Kopf ziehen. Ich liege in einem Apartment in São Paulo, in einem Bett, in dem ich gestern noch mit meiner Freundin gelegen habe. Jetzt sitzt sie im Flugzeug, schon mehrere tausend Kilometer entfernt. Natürlich bin ich traurig über den Abschied, und irgendetwas in mir fühlt sich gerade ein bisschen leer an. Was ich aber nicht verstehe, ist, warum ich so verdammt schlecht darin bin, mit meinem Gefühl für Zeit umzugehen.
Zeit ist doch etwas Fixes, etwas Unumgängliches. Etwas, das uns immer begleitet und vor allem immer gleich schnell vergeht. Oder? Wie kann sich eine Woche manchmal wie ein ganzer Monat anfühlen und ein Jahr wie zwei Monate? Wieso habe ich das Gefühl, wir hätten uns gerade erst wieder gesehen, und im nächsten Augenblick stehe ich schon wieder am Flughafen, um mich zu verabschieden? Wenn Zeit wirklich so etwas Fixes ist, warum habe ich dann Angst, zu wenig von ihr zu bekommen, wenn ich sie brauche – oder zu lange auf ein Wiedersehen warten zu müssen, wenn ich jemanden vermisse?
Das finde ich anstrengend. Vor allem, weil ich ja weiß, dass es eigentlich nur mein inneres Gefühl ist, das sich so leicht durcheinanderbringen lässt, und keine physikalische Absonderlichkeit. Trotzdem hätte ich gern einen Weg, das besser kontrollieren zu können. Einmal das Gefühl zu haben, genug Zeit zu haben, ohne ständig Angst davor, dass der Urlaub schon wieder viel zu schnell endet. Ich würde gerne mehr Zufriedenheit in der Vergänglichkeit finden, damit ich mir über all das nicht dauernd den Kopf zerbrechen muss.
Natürlich ist alles auf dieser Welt vergänglich. Aber warum hört sich das dann so verdammt falsch an, wenn es doch einfach dazugehört? Ich möchte mir keine Sorgen darüber machen müssen, wie lange etwas dauert oder dauern sollte oder müsste, wenn ich dadurch den Moment nicht mehr genießen kann.
Was macht das für einen Sinn?
deine gedanken
Das Gefühl das du beschreibst kenn ich gut. Ich glaube, es gibt leider keine gute Lösung dafür, man muss den Moment einfach so nehmen wie er kommt.
Danke für den Beitrag :)